
Möchten gemeinsam ein weithin sichtbares Zeichen gegen die geplante Autobahn setzen: Vereinsvorsitzender Wilhelm May (re.) und zahlreiche Helfer vor der immer weiter wachsenden Steinpyramide – der Spitzbetzel. Foto: Köster
Florshain. Es wird mit etwa 50 Tonnen Gewicht das schwerste Kunstwerk sein, was die Schwalm je gesehen hat – die Rede ist von der „Spitzbetzel“. Wie die bekannte Kopfbedeckung der Schwälmer Tracht, der sogenannten Betzel, hebt sich auch dieses monumentale Werk aus dem Landschaftskörper hervor und der Rest des Namens ergibt sich durch seine spitze Form automatisch.
Die neueste Installation auf dem Kunstweg 49a ist eine drei Meter hohe Pyramide aus Natursteinen, die in einer Gemeinschaftsaktion gebaut werden sollte. Dazu hatte der Verein -Schwalm ohne Autobahn e.V.- vergangenen Sonntag alle Interessierten auf ein Feld neben der Straßenabzweigung nach Florshain eingeladen, um in Sichtweite der Baustelle „einen Gegenpol zum A49-Brückenbauwerk“ zu errichten.
Vier Holzstangen, die an ihrer Spitze verbunden waren, bildeten die Schablone für den kolossalen Bau. Zwar hatten der stellvertretende Vereinsvorsitzende Jörg Haafke und einige fleißige Helfer schon im Vorfeld eine Art Fundament gebaut, aber das Gros entstand in Zusammenwirken vieler „Pyramidenbauer“, die zum Teil noch Steine von zuhause mitbrachten. So wuchs das imposante Werk an diesem sonnigen Herbsttag durch viele fleißige Hände mehr und mehr in die Höhe, bis es ihr leider so erging, wie der Autobahn auch – plötzlich war nämlich kein Schotter mehr da.
Aber während es bei den Großprojekten um die Finanzierung ging, fehlte hier lediglich der graue Baustoff aus Basalt. Und so wird die Spitzbetzel vermutlich schon in absehbarer Zeit fertig gebaut werden können, wohingegen sich der Autobahnbau noch einige Jahre hinziehen kann.
